"Mit 80 Trommeln um die Welt"
Das Tagebuch des Herrn Helge Olle
August 2004
09.08.2004
Cairns, Australien
Sehr verehrtes Publikum,
der Autor dieses Tagebuchs und seine Freundin haben sich in den letzten Wochen in die Fänge einer Zucchini Farm (man sollte sagen Backpackersklavenhändler) begeben und für ca. 15 Dollar/Stunde sich dermaßen geschunden, dass es für beide kaum noch möglich war, gerade zu gehen ohne Gehhilfe.
Als wir auf der Farm ankamen, wollten wir sofort wieder wegfahren. Die Arbeiter waren in Cabins direkt am Feld untergebracht. Für eine Person kostete die Unterkunft 90 Dollar die Woche, die direkt vom Lohn abgezogen wurden. Eine Küche und Fernseher waren auch da. Als wir ankamen hatten die anderen (überwiegend Backpacker aus England, Korea und Japan und 2 "profesionelle" Picker) einen freien Tag und saßen in der Sonne zusammen und tranken Bier und der Empfang war alles andere als: Hey schön, dass ihr da seid!
Naja die ersten Arbeitstage waren extrem. Erst mußte man sich an die Rückenschmerzen gewöhnen, da die ganze Zeit gebückt pflückt wurde und dann an die Hitze. Irgendwann merkt man die Schmerzen zwar noch, aber man schreit eher so nach innen rein:) und der Schweiß nervt nur noch, wenn man einfach nix mehr sehen kann weil die Augen so brennen. Es fehlte nur noch der große dicke Trommler mit den grossen Sklaventakttommeln.
Nach ein paar Tagen hatten wir uns eingelebt und hatten auch immer mehr Kontakt und Bier mit den anderen Pickern. Achso eine Brown Snake (ein bis 2 Stunden nach dem Biss ist man weg vom Fenster) kam uns eines Tages bei den Cabins besuchen und komische ungiftige (aber nervige, weil die immer in der Dusche abgehangen haben) weiße Frösche, giftige braune Zuckerrohrfrösche (nur giftig wenn man die ableckt (wer macht das?)) und riesige Heuschrecken waren auch da. Also insgesamt ein lustiges Allerlei.
Zum Abschluß sind wir dann nochmal alle zusammen in die Dorfkneipe, der Clare Club, und haben uns bei Neonlicht und Livemusik von einem Countrysängerpärchen und mit einigen echten und unechten Cowboys, Zuckerrohrplantagenbesitzern und Pickern das Bier reingetan.
Jetzt sind wir in Cairns, einer Tourihalligallistadt und fahren auch gleich weiter glaube ich. Hier gibts außer einem Tauchschnupperkurs, den wir eventuell noch machen wollen, nix zu holen.
Auf dem Weg hierher wurde es richtig dschungelig. Fotos kommen noch.
Ich hoffe, ihr sterbt nicht bei der Hitze in Deutschland.
Machts gut und viele Grüße,
Helge