"Mit 80 Trommeln um die Welt"
Das Tagebuch des Herrn Helge Olle
Juli 2004
Bowen 19.07.
Sehr verehrtes Publikum,
mit dem Auto (Wohnzimmer auf Rädern) durch Australien zu eiern ist das Schönste, was man hier machen kann. Jedenfalls besser als im Bus von einer Attraktion zur anderen gekarrt zu werden und dass sind für die Busfahrer auch nur eine Handvoll, für die es sich eigentlich kaum lohnt, um die halbe Kugel zu fliegen, um sich das anzugucken.
Sind jetzt in Bowen, das liegt im sonnigen Queensland am Anfang des Great Barrier Reefs. Wir suchen nach Arbeit, um uns die nächsten Spritkosten zu sparen. Haben schon diverse komische Vögel, ein paar lebende und bestimmt hundert tote (an der Strasse liegende) Kängurus, einen dicken grossen Wal und ein Platypus (Schnabeltier) gesehen und das fast alles durch puren Zufall!! Das Schöne ist, dass man sich einfach irgendwo hinstellen kann und dort pennen kann (außer in den scheiss Touriorten).
Später mehr, müssen jetzt wie gesagt Arbeit suchen,
Onkelchen aus UeberseeSydney 05.07.04
Haben uns ein Auto gekauft. Einen Ford Falcon Kombi. Ein Riesengerät in dem man hinten gut schlafen kann und der einiges unter der Haube hat, dass der im Outback nicht abkackt. Nachdem wir uns einen privaten Automarkt in einer Tiefgarage, wo frustrierte Backpacker noch auf den letzten Drücker versuchen ihre Autos zu verkaufen, und einige Geschichten von anderen Leuten angehört haben die schon Autos gekauft haben, haben wir uns dafür entschieden, das Auto bei einem Haendler zu kaufen, der auch eine gewisse Garantie auf die Teile gibt. Morgen gehts los!!! Haben auch langsam die Schnauze voll vom rumhängen im Backpackerhostel und von Sydney haben wir jetzt auch genug gesehen.
Was ich noch nicht erwähnt hatte:
1. Hier hängen grosse weisse Kakadus in der Stadt ab.
2. Nachts sind es hier auf dem Land (beim Orangenpflücken) teilweise minus 2 Grad Celsius und tagsüber heizt die Sonne alles auf 20 bis 25 Grad Celsius plus auf. Da überlegt man schon mal, ob hier alles in Ordnung ist.
3. Entgegen anderslautenden Gerüchten haben wir festgestellt, dass es hier nicht irritiert, dass der Wasserstrudel im Waschbecken andersrum abfliesst, die Sonne auf der anderen Seite aufgeht oder der Mond andersrum steht. Was irritierend ist, dass die Menschen die Haustüren hier so bauen, dass man rechtsrum aufschliesst, was ziemlich behämmert ist, da man dabei die Hand zwischen Schloss und Türrahmen einklemmt.
Was ich noch zu Thailand sagen wollte und immer wieder vergessen hatte:
In Thailand wurde morgens um acht Uhr auf allen Sendern die Nationalhymme gespielt und alle Menschen egal ob am Bahnhof, in der Post oder irgendwo anders blieben stehen und lauschten inbrünstig dieser Musik und gedachten ihrem Koenig.
Das wars erstmal wieder für etwas länger, da wir morgen in die Pampa fahren.
Evil Kneevel02.07.04, Sydney
![]()
![]()
Es fing damit an, dass wir auf dem Bahnhof von Richmond, einem kleinen Kaff in der Nähe von Sydney, von Graeme, dem Farmbesitzer, abgeholt wurden und er uns, als wir eingestiegen sind fragte, was wir denn gerne zum Dinner essen würden. Als wir ankamen, fuhren wir durch ein großes elektrisches Tor in seinem Lexus 4WD auf das riesengroße Gelände seiner Farm. Im Haus angekommen wurden wir gefragt, ob es ok ist, wenn wir erst im Gästezimmer mit dem Kingsize Bett (normales Doppelbett) schlafen. Das Badezimmer (welches nur für uns war) hatte eine monströse Dusche und eine Badewanne mit Whirlpoolfunktion. Wir konnten dann doch im anderen Zimmer, mit dem Queensize Bett (riesen Doppelbett) schlafen, da der Besuch der noch erwartet wurde, nicht kam. Das Bett hatte eine integrierte Heizfunktion. Wir überlegten uns, was wir wohl für diesen Luxux arbeiten sollen.
Am nächsten Tag nach einem extrem ausgedehnten Frühstück wurden wir dann in die Arbeit mit den Alpacas eingeführt. Zusammengefasst haben wir am Tag höchstens 4 Stunden gearbeitet und dafür gelebt wie Gott in Frankreich. Mit einer Art Minitraktor sind wir über die Alpacafelder gedüst und haben Futter nachgefüllt, mit einem Riesenstaubsauger die Scheisse weggesaugt, und den Pferden die nebenan waren haben wir hin und wieder eine Decke angezogen, dass die sich nicht erkälten. Alpacas sind supergeile Tiere. Superpflegeleicht und können sich z.B. selbst gegen Füchse verteidigen.
Eines Tages waren wir dann mit Graeme einkaufen und fuhren dabei an einer Orangenplantage vorbei, an der er dann auch prompt fragte, ob die noch Jobs für uns hätten. Die hatten zwar keine, aber konnten uns eine Adresse und Telefonnummer geben von einer anderen Plantage, die noch welche suchten.
Ich rief dort an um zu fragen, wieviel gezahlt wird u.s.w. und der Besitzer war so erfreut, dass er mit uns doch noch Leute gefunden hat, die für ihn pflücken, dass er angeboten hat, in seinem leeren Wohnwagen zu pennen, der direkt an der Plantage steht. Gratis!!!
Da hatten wir einen Job incl.: Wohnwagen umsonst, Orangen bis zum umfallen und ein bisschen Rückenschmerzen vom Pfluecken für die nächsten 3 Wochen und wir haben uns jetzt ein Auto zusammengearbeitet, welches wir uns in den nächsten Tagen kaufen werden. Supergeil!!!
no worries, mates!!