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"Mit 80 Trommeln um die Welt"

Das Tagebuch des Herrn Helge Olle

Mai 2004

27.05.04
Begegnung mit einer Schlange
Wir waren die letzten beiden Tage im Dschungel, im Taman Negara Nationalpark. Supergeil. Um dort hin zu kommen, muss man 3 Stunden mit einem Boot den Fluss runterfahren und irgendwann stehen dort auf einmal 6 Floating Restaurants auf dem Wasser, von denen man dann auf die andere Seite des Flusses in das Hauptquartier des Nationalparks gelangt (http://www.taman-negara.com/). Man kann hier in Hotels, Hostels oder Wanderhütten (Tierbeobachtungshütten) schlafen. Wir haben uns für eine Wanderhütte entschieden.
Es war der Hammer. Man geht von diesem Headquarter Gelände direkt in den Dschungel. Erst sind wir einen kleinen Wanderweg gegangen zu und über einer extrem langen (510 Meter) Hängebrücke durch den Dschungel und zu einem Aussichtspunkt. Auf dem Weg sind uns Ameisen begegnet (das glaubt uns sowieso keiner) die so gross waren wie ein kleiner Finger. Man kommt sich allgemein vor wie ein Zwerg im Land der Riesen. Riesengrosse Blätter, riesige Schmetterlinge, und vor allem riesige Bäume, alles ist riesig. Dann haben wir uns auf den Weg zu unserer Hütte gemacht.
Als wir abends in der Hütte mitten im Dschungel angekommen sind, haben wir erst mal Blutegelcheck gemacht, weil die Leute uns vorher davor gewarnt hatten. Und da hingen sie auch schon am Bein. Vollgesogen mit Blut. Da wir kein Salz (ist wohl die humanste Methode) dabei hatten, haben wir nicht ganz ohne zögern brennende Zigarettenkippen genommen und die auf den Egeln ausgedrückt. Das Dumme ist, dass die Wunde noch extrem lange weiterblutet, weil die Egel dort einen Blutverdünner reingetan haben. Danach dachten wir, wir verbluten jetzt hier und keiner rettet uns. Dann kamen noch 2 Typen in die Hütte und die hatten soviele Blutegel am Körper, dass ich dachte, dass es uns kaum erwischt hat.
Im Dschungel, wo nachts die Insekten lauter waren als in Berlin die Autos in Hauptverkehrszeit, haben wir dann versucht zu pennen. Und man hört andauend Tausende verschiedener Vogelstimmen. Am nächsten Morgen dachten wir, wir holen jetzt mal unsere draußen aufgehängten (weil durchgeschwitzt) Sachen rein und ziehen sie trocken wieder an. Die Klamotten waren noch genauso nass wie am Abend vorher, als wir sie nassgeschwitzt aufgehängt haben. Man schwitzt hier übrigens noch 10 mal mehr als in der Sauna.
Als wir uns dann auf den Rückweg gemacht haben, dachte ich auf einmal irgendwas bewegt sicht unter mit. Da sah ich, das es kein Stock war über den ich gerade im Begriff war rüber zu gehen, sondern eine Schlange. Diese ist dann weiter ins Gebüsch gekrochen und wir sahen, dass die Schlange ca. 2m lang war, die da durchs Gebüsch schlawenzelte.
Von dem Schock erholt im Camp angekommen haben wir direkt erstmal gefragt, ob die diese Schlange kennen oder sagen können, wie die heißt, aber die haben ihr Schlangenbestimmungsbuch geholt und nur eine ähnlich ausehende gefunden. Zurück auf dem Floating Restaurant hat uns noch ein anderer einheimischer erzählt, dass jede Schlange ca. 5-6 Eier legt und aus jedem Ei eine anders aussehende Schlange schlüpft und dass es deswegen sein kann, das unsere Schlange auf den Bildern nicht wiederzuerkennen war.
Und dann hat er noch einen auf unsere Geschichte drauf gelegt, indem er erzählte, dass er im Nationalpark mal einer Königscobra begegnet sei, bei der man nur eine halbe Stunde hat, falls man gebissen wurde, um ein Gegengift zu spritzen. Er sagte, er hätte einfach eine halbe Stunde still gestanden und dann hat die Schlange das Interesse verloren. Aber er sagte auch, dass wir uns richtig verhalten hätten, dass wir nicht der Schlange hinterhergelaufen sind, und dass es ca. 160 Arten, davon 40 giftige im Nationalpark gibt.
Heinz Sielmann

18.05.04
Kuala Lumpur 2.Teil
Heute haben wir es geschafft ein Ticket für die Petronia Towers (dieses Riesenhochhaus) zu bekommen. Wir sind dann mit 20 anderen Touris in den Fahrstuhl gequetscht worden und bis zum 42. Stock gefahren, wo die Skybridge (eine Bruecke aus Glas und Stahl) beide Türme verbindet. War schon faszinierend. Die brauchen 3 Monate!! um bei einem von beiden Türmen die Fenster zu putzen. Und ein Gerät hat ausgerechnet, dass Doren 261 mal von der Höhe her in den Turm reinpasst (jetzt rechnet mal schön: Doren ist 1,72m gross:)). Die machen hier auf jeden Fall ein riesen Ding draus, dass die hier das höchste Doppelhochhaus der Welt stehen haben. Genauso wie mit dem größten überdachten Vogelgehege der Welt und der größten überdachten Schmetterlingsanhäufung- oder -sammlung oder wie auch immer, da waren wir gestern und es war extrem langweilig.
Dann sind wir heute noch ein bisschen am Times Square (den gibts hier auch) bummeln gegangen. Einkaufen kann man dort nicht, weil hier alle Nobelmarken der Welt versammelt sind. Überhaupt habe ich noch nie so eine Ansammlung der teuersten Marken, Hotels und Bars der Welt gesehen. Trotzdem kann man hier für ein paar Euro gut leben und muss nicht verhungern (dafür sind die Postionen beim Inder viel zu gross :)).
Morgen fahren wir auf die andere Seite von Malaysia und gucken uns mal ein bisschen die Küste und die Strände an.
Gruß,
Herbert Münichhausen
PS: Ich erwarte, dass Herr Tom Knagge aus Bremen, sowie Herr Jürgen Giese (wahrscheinlich wohnhaft am gleichen Ort) mir eine kurze Mitteilung an die Ihnen bekannte mehl Adresse schicken.

16.05.04
Ko Tao, Thailand
Penang, Kuala Lumpur, Malaysia
Ko Tao (Reinhard treffen)
1. Abenteuerliche Reise von Krabi nach Ko Tao
Erst sind wir ganz normal morgens mit dem Bus von Krabi nach Surat Thani gefahren. Von Surat Thani aus haben wir einen Zug genommen. 3. Klasse. Im Abteil waren die Ventilatoren auf Dauerbetrieb und Fenster durchgehend geöffnet. Außerdem lief alle 5 Minuten ein Mann mit getrockneten Fisch am Stock und allerlei anderen Leckereien durch den Zug die er den Fahrgästen (außer uns neben 60 Thailändern 2 andere Langnasen) feil bot. Als wir mit einem Dauerlächeln abends in Chumpon ankamen waren wir nicht zu Ende mit unserer Fahrt. Wir mußten noch auf die Insel und wir wußten, es fuhr noch ein Nachtboot. Irgendwann fanden wir ein ziemlich verlassenes Hostel, dass uns weiterhelfen konnte, uns die Tickets besorgen und ein Taxi zum Anleger organisieren konnte. Am Anleger angekommen sahen wir das Boot in dem wir die Nacht verbringen sollten. Es war ein Frachtboot, welches gerade beladen wurde. An Deck war ein Raum mit Bastmatten ausgelegt in dem wir uns es dann gemütlich machen sollten. Am schönsten war eine französische Kleinfamilie (Vater, Mutter, Sohn) zu beobachten, die in diesen Raum eintraten. Der Sohn wunderte sich kurz und legte sich hin, das gleiche bei der Mutter, aber der Vater hat die ganze Nacht kein Auge zugetan und lehnte die ganze Zeit über am Pfosten. Die Überfahrt war turbulent. Da dieses Boot nur sehr langsam fuhr, schaukelte es auf hoher See umso mehr und man hatte Mühe locker zu bleiben. Morgens um sieben völlig durchgeschwitzt und stinkend sind wir erstmal frühstücken gegangen.
2. Reinhard
Am gleichen Tag als wir ankamen, kam auch Reinhard an. Wir saßen gerade bei unserem 2. Essen (es hört sich wahrscheinlich so an, als ob wir nur essen würden, vielleicht ist dies auch der Fall) da kam er zufällig die Strasse vom Anleger hochgelatscht . Zusammen sind wir dann erstmal zum Strand und zu unseren Bambushütten gelatscht. Die folgenden 4 Tage hatten wir viel Spass zusammen und haben uns zum Beispiel Motoräder ausgeliehen, was hier ohne Führerschein vorzeigen und ohne Helm abläuft. Man gibt nur seinen Reisepass ab und fährt wie Evel Knevel über die Insel. Das Wasser an unserem Strand war kristallklar, die Palmen wiegten sich im Wind, und bunte Fische schlawänzelten um uns beim Schwimmen und Schnorcheln herum. Alles war wunderbar bis zu dem Abend als es so stark stürmte, dass uns die Kokosnüsse um die Ohren flogen und wir uns überlegten uns zu trennen. Dies taten wir dann auch.
Penang (Malaysia)
Georgetown
Reinhard wollte weiter Inselhopping machen. Wir entschieden uns für die Großstadt Georgtown Malaysia. Mit dem Nachtzug sind wir unschwitzend (wegen Klimaanlage) dann irgendwann Nahmittags in Penang angekommen. Eine superschöne Stadt. Hier gibt es ein indisches und ein chinesisches Viertel und den Rest der Stadt teilen sich diverse Religionen und Völker. In einer Strasse konnte man einen buddhistischen Tempel vom Anfang des 19. Jahrhunderts neben beinahe ebenso alten hinduistischen Tempeln sehen. Wir interessierten uns natuerlich hier auch für das Essen, bei dem man beim Inder original mit der Hand ohne Teller isst und beim Chinesen nur mit Stäbchen. Hier lungerten wir 3 Tage rum und merkten unter anderem, dass es hier heisser als in Thailand ist (was zum Beispiel Reinhard sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen kann :))Wir schliefen das erste mal in einem Dorm (Mehrbettzimmer) mit einem des nachts kotzenden aber sonst sehr freundlichen Chinesen zusammen, der schon da war als wir kamen und noch blieb als wir fuhren.
Diese Menschen gibt es übrigens in jedem Hotel, Resort, egal wo wir bis jetzt waren, es ist immer einer da der (in Thailand meist extrem braungebrannt) schon da war als wir kamen und noch blieb als wir gingen. Meist waren diese Personen etwas suspekt aber sehr freundlich. Irgendwie hängengeblieben.
Kuala Lumpur (malaysia)
Jetzt sind wir in der Stadt mit dem höchstem Wolkenkratzer und dem 4. höchstem Fernsehturm der Erde. Auf dem letzteren waren wir heute und haben uns das ganze Schlamassel der Hauptstadt von Malaysia mal von oben angeguckt. Hier ist es nochmal ein bisschen heisser (kaum zu glauben) und dazu 3 mal so versmogt wie in Penang. Gelernt haben wir auch schon was: Dieses Land wird von 8 Sultanen regiert die wiederum den König bestimmen. Für mich stand ein Sultan bisher immer vor irgendeiner Wüstenkulisse aber nicht in Malysia.
Bald mehr von Kuala Lumpur.
Gruesse,
euer Märchenonkel der eigentlich in Clausthal Zellerfeld sitzt und gleich wieder auf Schicht muss

05.05.04
Ko Lanta, Krabi (Thailand)
Auf Ko Lanta haben wir es nur eine Nacht ausgehalten, weil 1. das Zimmer nach Pisse und Schimmel gestunken hat, 2. ich in einer Nacht ungefähr 20 mal von irgendwelchen Tieren gestochen und gebissen wurde, und 3. die ganze Hotelanlage irgendwie nach Robinson Club für Arme aussah. Also haben wir am Abend noch bei dem teuersten Shake, den wir jemals in Thailand getrunken haben, uns ueberlegt morgens früh direkt wieder zu fahren. Was eine gute Idee war, da es am nächsten morgen in Strömen geregnet hatte.
Aber erst kam noch das Abenteuer mit: Ihr werdet um 11.00 Uhr vom Minibus abgeholt, mit dem ihr über die Fähre bis nach Krabi Town fahren könnt. Insgesamt dauert es ca. 2 Stunden bis nach Krabi. Das war die Aussage von den Leuten vom Hotel auf Ko Lanta.
1. Es kam kein Minibus, sondern wir sind mit dem Pick-Up in strömenden Regen über die Insel zu irgendeinem Tourist Information Center gebrettert. "Wartet hier", hiess es.
2. Nach ca. einer Stunde saßen noch etliche andere nicht weniger verwirrte Touristen um uns herum und warteten.
3. Irgendwann sagte man uns, wir sollten in diesen Minibus einsteigen, der dort auf uns wartet. Als wir dies taten bemerkten wir, dass dieser gerammelt voll war, bis auf 2 kleine Plätzchen.
4. Schlussendlich sind wir über Stock und Stein und 2 Klapperfähren endlich ca. 4 Stunden, nachdem wir das Hotel verlassen haben, angekommen. Man lernt hier sich immer wieder locker zu machen.
Jetzt sind wir in Krabi und werden morgen in Richtung Ko Tao fahren, wo wir Reinhard, der auch gerade in Bangkok gelandet ist, treffen werden.

03.05.04
Krabi, Ko Jum, Ko Lanta
Nachdem wir uns 3 Tage in Krabi aufgehalten haben und dort wieder extrem lecker und preiswert gegessen haben und wir uns noch einen Buddhafreizeitpark in der Nähe von Krabi angeguckt haben, in dem man 1500 teilweise sausteile Stufen einen Berg nochlatschen musste, um eine Buddhafigur zu sehen, sind wir weitergefahren nach Ko Jum.
Ko Jum ist eine kleine Insel ca. 30 Minuten von Krabi entfernt. Da wir glücklicherweise schon in Chumpon einen Tipp bekommen haben, wo wir für 100 Baht gut schlafen können, wußten wir direkt wo wir hingehören und sind nicht wie manches andere mal planlos auf der Insel rumgegangen, bis wir von der Hitze verbrannt waren. Die Unterkunft war supernett und es gab Riesenportionen zu Essen. Ausserdem war es direkt am Wasser. Zwischendurch sind wir nochmal zum Nachbarn, der war Schotte, und haben Fussball geguckt. Arsenal gegen Leeds. Ansonsten sind wir 5 Tage lang geschwommen, geschnorchelt, getaucht und haben uns hin und wieder gefragt, ob wir die einzigen auf dieser Insel sind.
Albert Schweitzer
PS: Wenn jemand, der dieses Tagebuch liest, gerade ein Auto versichern will: GEH NICHT ZUR KRAVAG!! Die nerven einen, selbst wenn man schon ein halbes Jahr nicht mehr Mitglied ist und dazu noch gerade auf Weltreise.
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