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"Mit 80 Trommeln um die Welt"

Das Tagebuch des Herrn Helge Olle

November 2004

Nordinsel, Rotorua
In Rotorua sind wir erstmal in ein polynesisches Blubberbad gegangen. Hier konnte man sich in verschiedene Wasserbecken legen, mit verschiedenen Temperaturen (bis 42 Grad) die von der natürlichen Erdwärme angeheizt wurden und auch so rochen. Danach waren wir noch in einem netten Blubbertümpelpark in dem diverse blubbernde und stinkende Schlammtümpel ihr bestes gaben um die Touris zu beeindrucken.
Taupo
Hier angekommen hatten wir vor den Northern Circuit Tramping Track zu machen. Dieser dauert normalerweise 3 Tage und soll sehr schön sein. Aber in den Tagen, bevor wir ankamen, ist wohl in den Höhenlagen (wer würde dieses Wort kennen, ohne dass es den guten alten Wetterbericht nach der Tageschau geben würde) so viel Schnee gefallen, dass der Weg völlig zugeschneit und unpassierbar war. So entschieden wir am gleichen Tag noch weiter zu fahren nach Wellington und von dort aus auf die Südinsel zu schippern.
Wellington
In Wellington angkommen sind wir ins Te Papa Museum gegangen. Hammergeil! Hier wird die ganze Geschichte Neuseelands (Tier und Mensch) den Besuchern erklärt und alles umsonst. Nach vier Stunden hat man allerdings einen "information overload" und muss raus rennen. Cool war, dass gerade Jazztage in Wellington waren und auf einmal in der prähistorischen Abteilung (wo es wenn man ehrlich mit sich ist sowieso immer ein bisschen langweilig wird) ein eJazzcombo losgelegt hat. Supergeil. Ansonsten haben wir viel im Hostel abgehangen und mit einer älteren Deutschen, die gerade ihre Rente mit einer Bekannten in Neuseeland verheizt, Erfahrungen ausgetauscht. Meist war es relativ einseitig da sie immer vergessen hat, was wir schon erzählt hatten, so dass wir uns eigentlich immer wiederholt haben, und sie einige Probleme mit ihrer Mitreisenden hatte und ausserdem schon das 2. oder 3. mal in Neuseeland und Australien war und ihre Erfahrungen für extrem wichtig hielt. Wir sind dann weitergefahren.
Suedinsel
Picton
Mit der Fähre nach 3 Stunden Fahrt sind wir dann in einer kleinen Bucht in Picton auf der Südinsel angekommen, haben eine kleine Wanderung gemacht und sind am nächsten Tag weitergefahren nach Nelson.
Nelson
Nelson soll die Stadt mit den meisten Sonnenstunden im Jahr sein und es war auch recht schön (nicht warm aber sonnig) hier. Egal, von hier aus sind wir den Abel Tasman Track gegangen. Das war supergeil. 4 Tage gelatscht und 3 Nächte im Zelt (eng) gepennt. Der Track ging eigentlich immer Berg rauf in den Dschungel, Berg runter aus dem Dschungel an die schönsten und einsamsten Strände, die wir auf der gesamten Reise gesehen haben (Tschuldigung an die anderen Strände). Das Wasser im Meer kristallklar und eiskalt und der Sand weiss und extrem fein.
Extrem durchdacht war die Tourenplanung: Wir überlegten wir dürfen nicht zu schwere Sachen mitnehmen und zu teuer darf es auch nicht sein. Was wir dann kauften entsprach dem exakten Gegenteil ( z.B. ein Riesenglas Nutella was für ungefähr ein halbes Jahr reicht). Aber auf der anderen Seite war es schön, nach einem anstrengenden Marsch zu essen wie Gott in Frankreich. Bis auf die bekackten Sandflies, die uns ein bisschen kaputt gestochen haben, war alles supergeil.
Franz Josef
Ja dieses Dorf heißt wirklich Franz Josef!!! Benannt nach der Touri Attraktion, wegen der wir uns auch dort hinlocken ließen, die Franz Josef Gletscher. Nachdem wir zu den Gletschern gelatscht sind und uns diese angeguckt haben, sind wir dann auch so schnell wie möglich weitergefahren, weil dort alles 3 mal so teuer und unverschämt ist wie im Rest Neuseelands.
Queenstown
Jetzt sind wir in Queenstown und wollen von hier aus ein paar mehrtägige Wanderungen machen. Insgesamt ist es mittlerweile so, und das bei uns beiden, dass wir extrem voll sind mit schönen Bildern und es wäre schön, einfach mal zwischendurch nach Deutschland zu fahren, um ein bisschen was zu verdauen. Man fährt nur noch durch superabgefahrene Landschaften, aber es passt einfach manchmal nicht mehr rein. Wenn hier der Sonnenaufgang grün wäre, das Wasser rosa, würde man auch nur sagen: Ok. Und das wars. Wir brauchen Urlaub:).
Wenn ich mir vorstelle hiernach jetzt noch nach Südamerika zu fliegen wie es die meisten round the world ticket leute eigentlich machen, würde ich wahrscheinlich durchdrehen, und deswegen freuen wir beide uns auch schon auf Deutschland, egal wie beschissen es derzeit dort aussieht.
Gruss,
Helge