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"Mit 80 Trommeln um die Welt"

Das Tagebuch des Herrn Helge Olle

Oktober 2004

18.10.04, Auckland, Neuseeland
Nachdem wir mit Matze, Maya seiner Mitbewohnerin und ich weiss nicht wievielen Architekten einen Abend in einer Kneipe und einen Abend in der Wohnung Abschied gefeiert haben ging es zur langersehnten Weiterreise nach Neuseeland.
Als wir vorgestern Nacht hier angekommen waren, konnten wir uns erstmal warm anziehen. Eigentlich ist hier schon Frühling, aber der Winter hatte wahrscheinlich noch nicht so richtig Bock abzuhauen. Naja wir sind angekommen, haben gefroren und haben dann in einem miefigen kleinen Mehrbettzimmer in der Innenstadt noch zwei Betten gefunden. Am nächsten Tag sind wir umgezogen in ein besseres Hostel, bei dem wir einen supergeilen chinesischen Supermarkt (was für uns mittlerweile ein extremwichtiges Auswahlkriterium geworden ist) vor der Tür haben.
Die Route ist noch nicht komplett geplant, aber das Verkehrsmittel. Wir werden mit dem Bus rumfahren und den Rest trampen und morgen gehts los. Erst fahren wir nach Rotorua, zu den stinkenden Thermalquellen.
Hin und wieder, in schweren, Momenten, denke ich noch an unser Auto, welches jetzt von einer Gruppe chaotischer schwedischer Skater misshandelt wird oder vielleicht schon alleine in der Wüste steht und nicht mehr gebraucht wird.
Wie schnell so ein Gerät doch ein liebenswertes Wesen wird.
Walter Roehrl

Nachtrag
Was ist eigentlich mit Werder Bremen los? Und seit wann spielt Mainz in der ersten Liga? Sind da eventuell die Geheimlogen der Fussballverbände am Werk? Oder gar Schlimmeres? Mich dünkt Unheimliches.

13.10.04, Sydney
Nachtrag Wüste:
Auf einem Parkplatz in der Wüste, wo wir übernachtet haben, haben wir noch einen deutschen und seine Freundin, welche Aborigine ist, getroffen. Und diesmal war es endlich mal nicht dieses “how are you, where are you from, how long do you want to stay” Gelaber, sondern ein richtig interessanter Lagerfeuerabend.
Hier erfuhren wir z.B. wie abartig es eigentlich für die Aborigines ist, dass die Besucher des Ayers Rock diesen andauernd besteigen. Dieser Fels darf eigentlich aus der Sicht der Aborigines nur von einem Aboriginietänzer zu bestimmten Anlässen bestiegen werden, um ein Stück aus der Traumzeitgeschichte vorzutanzen. Es wäre ungefähr so, als ob irgendwelche Menschen auf einmal anfangen würden, Kirchen zu besteigen. Das selbe Problem mit den Devils Marbles(eine Formation aus von Wind und Wetter abgerundeten Felsen). Die Touristen besteigen diese Felsformation, die eigentlich für die Aborigines die Eier der Regenbogenschlange, und damit heilig sind. Ausserdem ist die ständige Vertretung der Aborigines in Melbourne von der australischen Regierung geschlossen worden und nachdem diese nach Sydney zog dort auch geschlossen worden.
Mit diesen Geschichten im Kopf fährt man mit einem extrem mulmigen Gefühl weiter durch ein Land, in dem den meisten Menschen die ganze Geschichte mit den Aborigines relativ am Arsch vorbei geht.
Stephen, so hiess der deutsche, haben wir hinterher nochmal in den Blue Mountains in der Nähe von Sydney getroffen. Hier hat er vor, mit seiner Freundin zusammen deutsche Touren anzubieten mit Aboriginehintergrund.
Sydney
Jetzt sind wir in Sydney und haben den Übergang vom Winter in den Sommer mitbekommen. Innerhalb einer Nacht hat sich hier die Tagestemperatur um gefühlte 20 Grad erhöht. Wahnsinn!!! Die einzigen Bewegungen, die wir wegen der Hitze hier noch machen können, ist an den Strand zu gehen und dort liegen zu bleiben. Der Strand ist hier direct um die Ecke von Matzes Wohnung in Bondi, einem Flipflopschickimickistadtteil von Sydney. Hier sieht man auch mal beim Einkaufen irgendwelche Surfer mit Surfbrett und Neo durch den Supermarkt laufen.
Das Auto ist verkauft!!! Nachdem wir 4 Tage gewartet haben, ob sich irgendwer auf unsre Aushänge in den hostels meldet, haben wir uns entschieden doch zum Backpackers Car Market zu fahren. Dort stehen verzweifelte Backpacker, die ihr Auto loswerden wollen in einer stickigen Tiefgarage. Wir standen dort mit 2 Konkurrenten mit dem gleichen Wagen, nur das deren Autos eine schönere Farbe hatten. Nach einer Stunde waren die beiden anderen Wagen verkauft und wir dachten schon, wir müssen eine Woche Tiefgarage in Sydney City einplanen. Da kamen ein paar schwedische Skaterjungs und zeigten sich tatsaechlich interessiert an unserem Wagen….. Naja viel rumgehandel und geschnacke haben wir das Auto für einen supergeilen Preis an die Jungs verkauft und wir waren erlöst. Jetzt geniessen wir noch ein paar Tage Sydney, werden uns wahrscheinlich den einen oder anderen Sonnenbrand noch abholen und dann geht es am Samstag nach Neuseeland.
Achso eins habe ich noch vergessen. Falls irgendwer irgendwann nach Sydney kommen sollte und von irgendwelchen Architekten zu einer Party eingeladen werden sollte, sollte er nicht erwarten der einzige deutsche auf der Party zu sein da wahrscheinlich ca. 80 Prozent der Menschen dort Deutsche sind, aber es oft erst spät zugeben wollen.